äGYPTEN FORUM

WAS VERBIRGT SICH HINTER DER KALKSTEINPLATTE? (4)

Südlicher Kanal der Königinnenkammer

Es gab keine Überraschung! Um es vorweg zu nehmen, hinter der Kalksteinplatte befand sich nur ein kleiner Hohlraum! Trotzdem ist dem gesamten Team und "Pyramid Rover" zu dieser Entdeckung zu gratulieren. Hier die wichtigsten Fakten der Nacht vom 17.09.02:

- Ein Bodenradar am "Pyramid Rover" wurde zur Vermessung eingesetzt. Die Vermessung wurde allerdings schon vor dem 17.09.02 durchgeführt und ergab: Der Verschluß ist eine Kalksteinplatte mit ca. 6 - 8 cm Dicke.

- Die Platte wurde etwa mittig der beiden Kupferbeschläge im unteren Drittel durchbohrt. Der Durchmesser des Bohrlochs betrug 1,5 cm.

- Eine Miniaturkamera mit Beleuchtung wurde durch das Bohrloch eingeführt. Nach der Platte zeigte sich ein kleiner Hohlraum, dessen Ausmaße denen des vor der Platte befindlichen Schachts entsprachen.

- Der auf der gegenüberliegenden Seite zu erkennende Block weist an der zugewandten Seite eine raue Oberfläche auf. Das könnte so Z. Hawass auf eine "weitere versiegelte Tür (engl. Door)" hindeuten. Versiegelungen bestanden meist aus einem aufgetragenen Putz und haben im altägyptischen Grabbau Tradition. H. Carter mußte z.B. den versiegelten Grabeingang freilegen. In diesem Putz wurde mehrmals das königliche Siegel eingedrückt um den Grabinhaber zu kennzeichnen. Der Block sei "versiegelt" (so Zahi Hawass, Ägyptologe und Leiter der ägypt. Altertümerverwaltung) war zu erkennen. An dem neu entdeckten Block sind "Risse" erkennbar (Z. Hawass) und ein schmaler Schatten verläuft im neu entdeckten Zwischenraum. Dieser Befund wurde in der Kürze der Sendezeit noch nicht kommentiert.

Eigene Überlegungen:
Nach wie vor bin ich der Auffassung, das die Gantenbrink-Platte zu einem kleinern inneren, heute unsichtbaren Bauwerk gehört. Dieses Bauwerk könnte eine Pyramide sein. Es war an dem gegenüberliegenden Block kein Siegel zu erkennen, deshalb meine ich die Rückwand eines grob behauenen Kalksteins zu erkennen. Es ist nicht deutlich zu erkennen, ob der Block bündig an den Kanalwänden anliegt, ihn also stumpf verschließt, oder ob es sich um einen in den Kanal eingeschobenen, rhombischen Kalksteinblock handelt.
Im Ersten Fall, gehört der Block zu dem Kernmauerwerk der heute sichtbaren, äußeren Pyramide, welches die kleine innere Pyramide umschließt. Blöcke des Kernmauerwerks bestehen in der Cheopspyramide sehr oft aus porösen Kalkstein, wie uns der untere Kanalverlauf deutlich zeigt (Bild 6).
Im Zweiten Fall, ist der Block ein weiterer, nachträglicher Kanalverschluß. Dieser Verschluß sollte möglicherweise Füllmaterial des Kernmauerwerks der heute sichtbaren Pyramide vom Kanalende fernhalten. Da die vor der Verschlussplatte glattpolierten Kanalwände in ihrer
Bearbeitung konträr zum neu entdeckten rohbehauenen Verschlußblock stehen, deutet dieser Befund ebenso auf zwei unterschiedliche Bauetappen und damit auf eine innere und eine heute sichtbare, äußere Pyramide hin! Diese Bauwerke müssen m.E. in keinen zeitlichen Zusammenhang stehen! Die "Risse" an dem neu entdeckten rohen Kalksteinblock sind m.E. nach flache Bearbeitungsspuren, entstanden durch Meißel.

In dem neu entdeckten Zwischenraum verläuft, westlich der Kanalmitte, parallel zur westlichen Kanalwand, ein schmaler Schatten auf dem Kanalboden. Es ist schwer zu erkennen, ob es sich um den Schatten der Stethoskopkamera von "Pyramid Rover" oder um eine Rille bzw. Sägespur ähnlich den Bildern 11 + 12 handelt!

Nördlicher Kanal der Königinnenkammer

Der "Pyramid Rover" hat den nördlichen Kanal der "Königinnenkammer" endlich bezwungen! Hier die wichtigsten Fakten:

- Der Kanal wurde auf eine Länge von 64 m erkundet.

- Der Kanal macht einen Bogen um die Große Galerie, verläuft also nicht geradlinig!

- Am Ende des Gangs befand sich eine weitere Kalksteinplatte (Bild 14). Die beiden Kupferbeschläge sind noch intakt.

- An der Plattenoberkante ist eine deutliche Trennfuge zu erkennen.

- In der Platte befindet sich links ein gekrümmter Riss.

- Die Kalksteinwände sind auch wie im südlichen Kanal poliert.

"Wir wissen nun, dass die Schächte (Kanäle) nachträglich geplant worden sind, denn der Nordschacht wurde mit mehreren Kurven gebaut, damit er die große Galerie nicht berührt" so kommentierte Zahi Hawass diese sensationelle Entdeckung in der Cheopspyramide.

Eigene Überlegungen:

Verlängert man gedanklich die beiden sichtbaren Flächen der neuentdeckten Kalksteinplatten nach oben, dann müssen diese imaginären Flächen die beiden oberen Kanäle der "Königskammer" schneiden! Die Verlängerung der imaginären nördlichen Plattenfläche nach unten scheidet wiederum den absteigenden Gang. Gibt es architektonische Anzeichen dieses imaginären Schnittpunktes? Nach ca. 16 m sind im Gang Versatzspuren zu erkennen? Die 16 m ist m.E. auch der Abstand der südlichen Platte bis zur Außenwand (einschließlich fehlender Pyramidenverkleidung). Dieser Abstand wird auch für die nördliche Platte angenommen!
© Frank Fröse (D)
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