heute große leere Flächen, die einstmals durch ein Kalksteinpflaster bedeckt waren. Die Zeichnung zeigt den Lageplan der wichtigsten Bauten auf dem Gizeh-Plateau. Farbig sind verschiedene Visuren eingetragen, die das Verständnis der im weiteren Verlauf dargelegten Hypothesen erleichtern sollen.
Jedem Betrachter fallen sofort die drei großen Pyramiden auf, welche angeblich sorgfältig auserwählte Standorte besitzen. Das sich dieses Standortmuster nur durch Zufall ergeben haben soll, bezweifelt der Ägyptologe Miroslav Verner von der Karls-Universität Prag. Seiner Meinung nach könnten kultische Motive für diese besondere Anordnung der Gizeh-Pyramiden eine Rolle gespielt haben. So sollten bestimmte Pyramiden aus den Arealen Gizeh und Abusir, durch gedachte Linien eine Verbindung mit dem großen Kultzentrum Iunu (grie.: Heliopolis, bibl.: On) herstellen. Ganz anders dagegen der Autor Robert Bauval. Er ist der Auffassung, daß die alten Baumeister ein genaues Abbild des Sternenhimmels auf der Erde erschaffen wollten. Er begründet das, mit der angeblichen Übereinstimmung der Pyramidenfelder: Gizeh, Abu Roasch, Dahschur und Abusir mit verschiedenen Sternbildern. Interne bauliche Besonderheiten der Pyramide von König Cheops werden ebenfalls in seine Korrelations-Theorie mit einbezogen.Beachtenswert ist außerdem, daß weitere Pyramiden (orange markiert) auf dem Gizeh-Plateau, in einem räumlichen Zusammenhang stehen. Deutlich wird das an der Satelliten-Pyramide des Mykerinos und der Nebenpyramide G 1a, der Königin Hetepheres, östlich der Cheops-Pyramide. Beide Pyramiden werden durch die Visur auf Iunu gewissermaßen geteilt. Eine weitere Linie bildete die Südseite der Chephren-Pyramide mit der Südflanke der großen Sphinx (violett). Vgl. M. Lehner: "Das Erste Weltwunder", S.107 und
(Tafel 2) .
Tafel 3 zeigt den Blick von der sog. "Satelliten-Pyramide" (zugehörig zum Pyramidenkomplex des Mykerinos) auf die Südseiten der Mykerinos-, Chephren- und Cheops-Pyramide (v.l.), welche mit ihren SO-Ecken eine fast gerade Linie bilden. Der Ägyptologe Prof. Miroslav Verner hält es für möglich, daß die Südost-Ecken der hier gezeigten drei großen Pyramiden von Gizeh und die Nordwest-Ecken der Sahure-, Neferirkare- und die unvollendete Pyramide des Neferrefre im Pyramidengebiet von Abusir zwei Visuren bildeteten, welche sich im Raum des damaligen Kultzentrums Iunu kreuzten. Der genaue Fixpunkt könnte seiner Meinung nach ein Obelisk im Tempel des Sonnengottes Re gewesen sein.