äGYPTEN FORUM

DER EINSATZ VON WINKELHEBEL BEIM PYRAMIDENBAU (4)

Die Hebeböcke selbst waren aus Holz, Palmholz, oder aus vom Libanon importierter Zeder. Der Holzverbrauch für diese Hebeböcke war vergleichsweise gering, so dass man sich das teure Importholz leisten konnte. Im Prinzip hatte also der Hebebock die Form eines unregelmäßigen Tetraeders in variierender Form, für welchen vier Hölzer zwischen 3 und 7 Meter Länge und 15-20 cm Durchmesser gebraucht wurden. Als Verstrebungen konnten dünnere Hölzer verwendet werden. Der Arbeitsvorgang vollzog sich demnach etwa so, dass die Zugmannschaft und die "Gegenzieher" den Bock über dem zu hebenden Block in der Schwebe hielten, damit die Mannschaft am Block diesen am Seil befestigen konnte. War dies geschehen, so zog die Zugmannschaft so lange, bis der Block genau über dem Auflager des Blocks schwebte. Noch ein leichter Zug und dann senkte der Block sich mit steigender Geschwindigkeit, so dass hier die "Gegenzieher" in Aktion treten mussten, um eine unsanfte Landung zu vermeiden (Tafel 3). Wie man leicht erkennen kann, konnte man mit den Hebeböcken, welche nach der heutigen Nomenklatura als "Winkelhebel" bezeichnet werden, den Böschungswinkel einer Pyramide, sei er nun um die 43° oder um die 52° nicht erreicht werden, sondern höchstens ein solcher von ca. 20 - 26°. Dies bedeutet, dass die Aufschichtung der Blöcke nach einem ausgeklügelten System zu erfolgen hatte. Wahrscheinlich wurde für das erste Drittel der Pyramide eine Treidlerrampe mit geringer Steigung verwendet, auf welche eine Stufenrampe aufgesetzt wurde, wobei letztere zum Teil aus Blöcken bestand, welche in der Pyramide verbaut und in der Rampe selbst stets wieder ersetzt wurden. Die jeweiligen Schichten der Pyramide wurden inklusive der bossierten Verklei-
dungsblöcke in die richtige Lage geschoben, worauf über die Stufenrampe die nächste "Welle" von Blöcken für die nächste Schicht geschafft wurden. Eine solche Methode hätte den Vorteil, dass die Mannschaften an den Hebeböcken stationär waren und sich deshalb voll und ganz auf den Vorgang des Hebens konzentrieren konnten (Tafel 4). Die Hebeböcke würden es auch erlauben in der Mitte der obersten Plattform ständig um einige Stufen höher zu sein und ausserdem wäre es möglich, mit inneren Rampen zu arbeiten. Es war wohl weniger die Frage einer vollständigen, sozusagen mathematischen Vor- ausplanung des Bauvorgangs, als diejenige eines gesunden Menschenverstandes und empirischen Baugefühls der verantwortlichen Leute, l1 und l2 können aus den Wiinkeln a und b, sowie den Dreiecksseiten AB und AC trigonometrisch berechnet werden (Tafel 5):

l1 = AC (cos a); l2 = AB (cos b) b ist die Abweichung von 90°. Durch Umformung der Gleichgewichtsformel Pl Il = P2 I2 ergibt sich:

P2 = P1 (AC (cos a) / AB (cos b).

Beispiel: P1 = 3000 kg; a = 50°; b = 5°; AC = 3.14 m ( 6 Ellen); AB = 6.28 m (12 Ellen).

P2 = 3000 x 3.14 x 0.643 / 0.996 x 6.28 = 968 kg

Eine vollständige Dokumentation können Sie im PDF-Format auf der Homepage von Hr. Hoehn unter: www.pyramidenbau.ch herunterladen.
© Alfred Hoehn (CH)
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