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DER EINSATZ VON WINKELHEBEL BEIM PYRAMIDENBAU (1)

"Mit magischen Schriftzeichen bedeckte Papyrus-blätter legten sie auf die zurechtgehauenen Steinblöcke und gaben diesen einen Stoss. Dieser Stoss genügte, um die Blöcke bis zu 200 Pfeilschussweiten zu bewegen und fuhr man damit fort, so gelangten sie schließlich auf das Pyramidenplateau...". So beschrieb es der arabische Schriftsteller Ahmed-al Maqrizi (1360-1442) in seinem Buch "Hitat". Der Autor geht im Detail zwar nicht darauf ein, mit welchen Zeichen oder Sprüchen das Schweben der im Durchschnitt 2.5 Tonnen schweren Steine zustande kam und er erläutert auch nicht, ob das "Steineschweben" mittels solcher Magie auch in vertikaler Richtung zum Einbau der Blöcke in die Pyramide funktionierte. Da aber leider des fantasievollen Arabers Theorie nie bewiesen werden konnte, stellt sich nach wie vor die Frage nach dem wie. Ludwig Borchardt hat bei der Pyramide von Medum offensichtlich Spuren eines Luftziegeldamms gefunden, welchen er als Transportweg deutete und auch als Theorie für die Cheopspyramide auslegte.Bei Medum würde sich aufgrund der Länge der Rampe eine Steigung von ca. 22° ergeben, was für eine Treidlerrampe mit Gewichten von über zwei Tonnen eindeutig zu steil ist. Baufachleute befassten sich nach der Entdeckung der Ziegeldamm- Spuren mit der Möglichkeit von Rampen, aber alle kamen mit einer geraden Rampe entweder auf unmögliche Volumen
oder aber ebenso unmögliche Steigungen. 1935 hat N.F. Wheeler eine spiralförmig um die Pyramide verlaufende Treidlerrampe beschrieben, welche das Problem des Volumens eindeutig verbesserte. George Goyon hat in seinem Buch "Die Cheopspyramide" ebenfalls eine solche Spiralrampe als endgültige Lösung angenommen. Wie auch immer sie es angestellt haben, so bleibt der Bau der großen Pyramiden ein völlig unbegreifliches Werk, welches heute auszuführen, Planer und Baumeister trotz aller modernen Maschinen die größten Schwierigkeiten hätten. Außerdem wäre die Erstellung einer großen Pyramide heute praktisch unbezahlbar. Eigenartigerweise ist in alten Inschriften, Malereien oder Reliefs gar nichts über den Bau von Pyramiden vermerkt oder ersichtlich, und dies, obwohl die Ägypter ihre Bauten, insbesondere die Gräber mit den letzten Detail aus dem Leben des Verstorbenen auszustatten pflegten. Allerdings ist zu beachten, dass zur Zeit der 3. und 4. Dynastie die Dokumentation des Lebens und Wirkens nicht üblich war und das zur Zeit, als dies große Mode wurde, die Pyramiden nur noch klein und deshalb nicht sehr schwierig zu erstellen waren. Entweder handelte es sich beim Pyramidenbau um die selbstverständlichste Sache der Welt, über welche nichts Interessantes zu sagen war, oder aber es war Geheimsache, welche den Insidern vorbehalten bleiben musste.
© Alfred Hoehn (CH)
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