äGYPTEN FORUM

EIN VORSCHLAG ZUM PYRAMIDENBAU (4)

Nun wird auf die Tangentialrampe eine zickzackförmige Rampe parallel zur Pyramidenseite aufgesetzt. Diese Rampe befindet sich vollständig außerhalb der Verkleidung. Das Hauptgewicht ruht auf der Tangentialrampe und eine Verankerung mit der Pyramide geschieht dadurch, dass man einzelne Verkleidungssteine herausragen lässt und die Verkleidungssteine unter der Rampe unbehauen oder bossiert belässt (vgl. Tafel 7).

Die Zick-Zackrampe ist hier nur einseitig dargestellt. Es ist aber denkbar, dass sie auf zwei gegenüberliegenden Seiten angewendet wurde. Die unteren Teilstücke der Zick-Zackrampe sind, soweit es die Rampenlänge gestattete, als Treidlerrampen ausgebildet. Weiter oben dann als Stufenrampen für den Transport mittels Hebeln. Auf den einzelnen Schichtenniveaus werden die Steine entweder von Ochsengespannen oder von Mannschaften in der Waagrechten an Ort und Stelle verschoben. In einer Schicht werden zuerst die äußeren Verkleidungssteine verlegt und dann die Füllung eingebracht. Als Gleitunterlage auf den Terrassen werden Palmstämme in Abständen von einer Elle quer zur Ziehrichtung verlegt. Zum Bau der Zick-Zackrampe wird das Material der nun nicht mehr benötigten Rampen verwendet. Durch diese gestaffelte Bauweise kann das Rampenmaterial auf ein Minimum beschränkt werden (vgl. Tafel 8).

Die Zickzackrampe wächst mit der Verkleidung. Je höher man hinauf kommt, desto schwieriger werden die Platzverhältnisse. Die Stufenrampen können aus physikalischen Gründen eine Steigung von 26° nicht übersteigen und es muss aus Vermessungsgründen möglichst lange vermieden werden, die Pyramidenkanten in die Rampen einzubeziehen. Im obersten Teil lässt sich dies allerdings nicht vermeiden (vgl. Tafel 9).

Nun fehlen nur noch ca. 35 Meter bis zum Pyramidion. Der Materialverbrauch wird immer geringer, aber die baulichen Schwierigkeiten steigern sich zu wahren Problemen. Es ist anzunehmen, dass die Pyramidenbauer diese Probleme zu meistern verstanden. Über das wie kann nur spekuliert werden. Die Schwierigkeiten bei der Holzbeschaffung in größeren Mengen sind hinlänglich bekannt, so dass wohl aufwendige Holzgerüste nicht in Frage kamen. Außerdem zeigten
in der Vergangenheit diverse Eins zu Eins-Versuche, dass die Handhabung schwerer Steingewichte mittels Holzkonstruktionen zumindest damals eher problematisch war. In dieser Studie werden deshalb aus Luftziegeln gemauerte Podeste angenommen (vgl. Tafel 9 und Tafel 10). Endlich kann das Pyramidion aufgesetzt werden, nachdem eine ausgetüftelte Rampenkombinationen den Transport bis zur Spitze ermöglichte. Ein wichtiges Kriterium wäre das Gewicht des Pyramidions. Goyon hat postuliert, dass das Pyramidion ein Modell der ganzenPyramide im Maßstab 1: 100 darstellte. Das würde heißen, dass das Pyramidion der Cheopspyramide 1.50 Meter hoch wäre und damit ein Gewicht von ca. 6 Tonnen hätte. Ein solches Gewicht in den obersten Passagen der Pyramide wäre aber nur schwer zu bewältigen. Das von Stadelmann gefundene Pyramidion der roten Pyramide bei Dahschur ist bedeutend leichter, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass diese Pyramide auch bedeutend kleiner ist, als diejenige des Cheops. Nun beginnt die Phase des Abbaus der den Pyramidenmantel überragenden Rampen und Podestteile. Die unter den Rampen und Podesten liegenden und nun freigelegten Verkleidungssteine wurden wegen der Haftung der Rampen roh belassen und einzelne Steine ragten hervor. Diese Steine mussten nun schichtweise nach unten bearbeitet, geschliffen und poliert werden. Es stellt sich hier die Frage, ob nicht die gesamte Mantelfläche von oben nach unten feinbehauen, geschliffen und poliert worden ist. Dies wäre durchaus denkbar, denn die rohen Verkleidungssteine gaben den Steinhauern genügend Halt. Die "Entblößung" der Pyramide von Rampen und Podesten geschah also von oben nach unten und es muss ein unwahrscheinlicher Anblick gewesen sein, wie sich die Pyramide allmählich aus ihren Hilfskonstruktionen in aller Pracht herausschälte (vgl. Tafel 11). Allmählich werden nun auch die senkrecht zur Pyramidenseite stehenden Rampen und die Tangentialrampe abgebaut und immer mehr erahnt man die endgültige geometrische Form der quadratischen Pyramide (vgl. Tafel 12).

Eine vollständige Dokumentation können Sie im PDF-Format auf meiner Homepage herunterladen unter www.pyramidenbau.ch.
© Alfred Hoehn (CH)
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